Bernar Venet

  Illustration © Wolfgang Peter

 


Bernar Venet

Der 1941 in Frankreich geborene Bernar Venet begann bereits im Alter von zehn Jahren, sich mit der Malerei zu beschäftigen, und entdeckte mit vierzehn Jahren die großen Maler der Moderne. Vor der Ableistung seines Wehrdienstes im Jahre 1961 schuf er erste Gemälde, um sich danach in seinem ersten Atelier, einem Dachboden, der Gestaltung seiner ersten Teerbilder zu widmen. Nachdem Bernar Venet sich 1964 für ein Künstlerleben entschlossen hatte, entwickelte er seine Teergemälde weiter, schuf seine erste Kohleskulptur "Tas de Charbon" (Kohlehaufen) und begann eine Serie von Pappkartonreliefs.

Im Jahr 1966, anlässlich seines ersten Aufenthalts in New York, wo er sich im Dezember desselben Jahres dauerhaft niederließ, erwachte sein Interesse an Technischen Zeichnungen und mathematischen Diagrammen, wodurch er zur Verwirklichung seiner monosemischen, eine einzige Bedeutung ausdrückenden, Arbeiten kam.

Ein Jahr später begann Bernar Venet mit der Entwicklung seiner konzeptionellen, begrifflichen, Arbeit und erarbeitete daneben nicht sichtbare Werke, indem er Tonbandaufnahmen fertigte, um den Gehalt, die Substanz, eines Kunstwerks und nicht das sichtbare Charakteristikum hervorzuheben.

In Düsseldorf stellte Bernar Venet seine konzeptionellen Werke innerhalb der Prospekt 1968, an der auch Joseph Beuys teilnahm, erstmals aus.

Von 1969 bis 1975 unterbrach Bernar Venet seine künstlerische Produktion, um unter anderem an der Universität Sorbonne in Paris, sowie in England in Vorlesungen seine konzeptionelle Kunst zu erklären.

1976 nach den USA zurück gekehrt, beschäftigte sich Bernar Venet mit Leinwandgemälden, Holzreliefs und Stahlskulpturen, bevor er im Jahr 1988 sein Ballett "Graduation" (Abstufung), von ihm von der Musik, über die Choreographie bis hin zu den Kostümen vollkommen allein gestaltet, an der Opéra de Paris zur Aufführung brachte.

Weitere musikalische Arbeiten folgten ebenso wie seine malerische und bildhauerische Auseinandersetzung mit der Linie und später mir dem Phänomen Zufall, die in Kunstwerken wie Lignes Indéterminées und Accident Pieces ihren Ausdruck fand.

Bernar Venets künstlerisches Wirken wurde vom französischen Kultusminister im Jahr 1996 mit der Ernennung zum Commandeur dans l'ordre des Arts et Lettres und 1997 durch seine Berufung in die Europäische Akademie der Wissenschaft und Künste in Salzburg gewürdigt.

Sein Schaffensdrang wurde dadurch keinesfalls gebremst. Der Film TARMACADAM entstand, Ausstellungen in Genf und Köln fanden statt und Bernar Venet begann mit der Entwicklung seiner Wandmalereien, wobei auf leicht getönte Wände in schwarzer Farbe eine präzise Wiedergabe mathematischer oder astrophysikalischer Formeln erfolgt, die in ihrer Konzentration und Einfachheit die wesentlichen Gesetze des Universums vermitteln, womit der Künstler die Synthese einer Idee und deren plastischer Umsetzung höchst eindrucksvoll gestaltet. (RW)


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