Ausstellungsplakat der Berliner Secession

 


Die Berliner Secession

Gegen das konventionelle Kunstverständnis Kaiser Wilhelms II., der von 1898 bis 1901 an der Berliner Siegesallee 32 monumentale Skulpturengruppen aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte aufstellen ließ, opponierten viele Avantgarde-Künstler mit ihren Darstellungen aus der Alltagswelt.

Aus Protest gegen die erste öffentliche Aufführung von Gerhart Hauptmanns sozialkritischem Stück "Die Weber" im Jahre 1894 kündigte der Kaiser seine Loge im Deutschen Theater und sagte der so genannten "Rinnsteinkunst" den Kampf an.
Trotzdem war der Durchbruch neuer Kunstformen in Deutschland nicht mehr aufzuhalten.

Auf Initiative von Walter Leistikow schlossen sich am 2. Mai 1898 bildende Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Käthe Kollwitz, Heinrich Zille und Hans Baluschek zur "Berliner Secession" zusammen, im Jahre 1906 stieß
Max Beckmann zu dieser Gruppe und wurde 1910 Vorstandsmitglied.

Ein wichtiger Anlass für die Bildung dieser Künstlergruppe war war die offizielle Ablehnung des Graphikzyklus "Ein Weberaufstand" von Käthe Kollwitz seitens der Jury der Großen Berliner Kunstausstellung. So präsentierten die Mitglieder der "Berliner Secession" ihre Werke unabhängig vom offiziellen Kulturbetrieb.

Nachdem jedoch die Jury der "Berliner Secession" unter dem Vorsitz von Max Liebermann mehr als 20 Gemälde expressionistischer Künstler zurückgewiesen hatte, gründeten Max Pechstein, Georg Tappert und Moritz Melzer im Jahre 1910 die "Neue Secession", von der sich 1913 wiederum aus Protest die "Freie Secession" abspaltete, zu der nun auch Max Beckmann wechselte.

Neben München, wo Wassily Kandinsky 1911 den
"Blauen Reiter" ins Leben gerufen hatte, wurde Berlin, vor allem durch den Zuzug Dresdener Maler der Künstlergemeinschaft " Die Brücke", wie Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel, ein Zentrum der neuen deutschen Avantgarde.

Diese Künstler fanden in der von Herwarth Waldens verlegten Zeitschrift "Der Sturm" ihr Forum, in der neben bildenden Künstlern auch Schriftsteller und Literaten wie Else Lasker-Schüler, Kurt Hiller, Arno Holz, Jacob van Hoddis, Alfred Döblin und Paul Scheerbartihre Beiträge publizierten.

Quelle:
LeMO-Projekt des Deutschen Historischen Museums in Berlin

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