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Gerhard Richter, der zweifelsfrei
zu den bedeutendsten darstellenden Künstlern
der Gegenwart zu rechnen ist, kann bereits auf eine
stattliche Anzahl an Ausstellungen seiner Arbeiten
zurückblicken.
Das Schweizer Museum Franz Gertsch hat ihm vom 5.
Februar bis zum 8. Mai 2005 eine besondere
Ausstellung gewidmet.
gerhard richter - ohne farbe
Zu dieser Ausstellung ist ein
Begleitband erschienen, der nicht nur wegen des
Titels, sondern auch wegen seiner geschmackvollen
Aufmachung auf den Inhalt neugierig macht.
"ohne farbe", wie soll das gehen, mag derjenige
denken, der mit Gerhard Richters Arbeiten nicht
sonderlich vertraut ist. Dieser und auch jene, die
wissen, dass der Künstler sich mehr als 40
Jahre immer wieder mit grau auseinandergesetzt hat,
erfährt in vier verschiedenen Aufsätzen
Aufklärendes zu Gerhard Richters Einstellung
zur Farbe grau, zu des Malers visuellem Repertoire
und zu seinen visuellen Spekulationen, bevor auf
des Künstlers Farbtafeln eingegangen wird.
Den, wie die abschließende Biografie,
zweisprachig, deutsch und englisch, verfassten
Aufsätzen ist eine Auswahl an verdeutlichenden
klein- und großformatigen Abbildungen
zugeordnet, deren Jahreszahlen belegen, dass
Gerhard Richter tatsächlich bereits 1962 die
Ansicht hegte, Kunst habe "nichts mit Farbe" zu
tun. Staunen wird schon erzeugt, welch' geringer
"farblicher Aufwand" wahrhaft kunstvolle Effekte
wie beispielsweise bei "Umgeschlagenes Blatt" aus
dem Jahr 1965 bringt.
Ein mehrfach reizvolles Buch, das nicht nur
Diskussionsstoff in sich birgt und zum
Genießen der Bilder einlädt, sondern
auch dazu reizt, mit ihm der heimischen Bibliothek
einen besonderen Akzent zu verleihen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
Das Buch ist im Hatje
Cantz Verlag
erschienen.
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