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Pop Art
Die Pop Art (Popular Art) war eine,
oder gar die wichtigste, Kunstrichtung in den
50-ziger und 60-ziger Jahren des 20.
Jahrhunderts.
Pop Art wurde zweimal geboren, zuerst in England
und dann, unabhängig davon, in New York.
Diese Bewegung begriff sich in ihrer Kunst als eine
ablehnende Reaktion zum "Abstrakten
Expressionismus", welchen die Pop Art
Künstler als übertrieben intellektuell,
subjektiv und sich von der Wirklichkeit abwendend,
betrachteten.
Die Pop Art umfasste die Bereiche Malerei, Collage,
Skulptur und Druck, sowie das Happening. Die Wahl
von Gegenständen der Massenkulturen als
Bildinhalte beruhte nicht auf einer
Selbstgefälligkeit der Künstler, sondern
bedeutete eine Ablehnung zeitgenössischer
Werte. Trotzdem avancierten die stilisierten
Abbildungen alltäglicher
Gebrauchsgegenstände wie Suppendosen,
Waschmittel, Comics und Limonadenflaschen zum
Kultstatus.
Pop Art war, auch in der Art wie sie die etablierte
Kunstwelt und die Gesellschaft insgesamt
verhöhnte, vergleichbar mit dem Dadaismus, indem sie Bilder der
Straße, der Massenmedien, des Konsums
aufgriff und als Kunst präsentierte.
Die Pop Art beeinflusste nicht nur die Arbeiten der
nachfolgenden Künstlergeneration, sondern
hatte auch eine weitreichende Wirkung auf
Werbespots, Grafik, Design, Film und Musik.
In den Vereinigten Staaten waren Robert
Rauschenberg und Jasper Johns die Pioniere dieser
Kunstbewegung. Rauschenberg fertigte Collagen aus
Einrichtungsgegenständen wie Decken und Kissen
an, Johns malte Bilderfolgen, die die amerikanische
Nationalflagge und Zielscheiben darstellten.
Noch etwas früher als in den USA setzte in
England diese Kunstrichung ein. Das erste
ausgereifte Pop Art Werk war "Just What Is It That
Makes Today's Home So Different, So Appealing?
(Was ist es nur, was heute das
Zuhause so anders, so anziehend
macht?) aus dem Jahre 1956 des Briten
Richard Hamilton. In dieser satirischen Collage
"aus zwei grotesken Figuren in einem Wohnzimmer"
sind alle Merkmale der Pop Art vereint:
Ausgelassenheit, Widersinn, Ungeschminktheit und
Satire.
Pop Art entwickelte sich schnell während der
60-ziger Jahre. So produzierte im Jahre 1960 der
britische Künstler David Hockney "Typhoo Tee",
das früheste Pop Art Gemälde, das ein
Warenzeichen für ein Konsumprodukt zum Inhalt
hatte. Im gleichen Jahr wurde von seinem Landsmann
Allen Johns eine bemalte Bronzeplastik von
Ballantine-Bierbüchsen gegossen und 1961
entwarf der Amerikaner Claes Oldenburg seine
grellen Plastiken von Hamburgern und anderen
Fast-Food Stücken.
Gleichzeitig erweiterte Roy Lichtenstein das
Spektrum der Pop Art mit seinen überformatigen
Ölgemälden, wo er grelle Comics
darstellte.
Obwohl die Künstler die westlichen
Massenkulturen ablehnten und den Massenproduktionen
und Konsumgesellschaften kritisch
gegenüberstanden, eigneten sie sich deren
Techniken an, um diese in ihrer Kunst zu
verwenden.
Robert Rauschenberg und Jasper Johns gaben das
Einzelgemälde zugunsten von großen
Bildserien auf, in denen jedes Bild den gleichen
Gegenstand zeigte.
Andy
Warhol war wohl der
"unpersönlichste" Künstler, der am
konsequentesten die Techniken der
Konsumgesellschaften und der Werbung anwendete. Er
schuf mit den Massenproduktionstechniken hunderte
von gleichen Siebdrucken von Coca-Cola Flaschen,
Campbell's Suppendosen und anderen vertrauten
Themen.
Andere wichtige Pop Art Arbeiten von amerikanischen
Künstlern sind die weißen Abgüsse
von realen Menschen in ihrer alltäglichen
Umgebung von George Segal.
Gemälde, die Reklametafeln imitieren, waren
ein Lieblingsthema von James Rosenquist.
Die Arbeiten aus der Serie "Great American Nudes"
von Tom Wesselmann drückten in satirischer
Weise den Zeitgeist des "American Way of Life"
aus.
Jim Dine dagegen kombinierte
Alltagsgegenstände mit Malerei.
Designs von Wörtern, Zahlen und Symbolen waren
in den typografischen Arbeiten von Robert
Indiana zu finden.
In England malte Peter Blake pseudo-ernste,
werbewirksame Bilder von populären
Berühmtheiten, und R. B. Kitaj malte Bilder,
die oft "Ideen-Collagen" genannt wurden und auf
streng figurativer Basis seltsame und
unverständliche Bezüge zur Literatur
herstellten.
In den anderen europäischen Ländern
schlossen sich Pop Art Künstler zur Gruppe des
"Nouveau Réalisme" zusammen: u. a. der
Franzose César, der Autoteile einschmolz
oder zusammenpresste, sein Landsmann Yves Klein,
der das Azurblau als seine persönliche Farbe
patentieren ließ, die Schweizer Daniel
Spoerri, der Essensreste in Acrylglas einschmolz
(Eat-Art), und Jean Tinguely, der Skulpturen aus
Schrott herstellte, sowie der deutsche Maler
Gerhard
Richter mit seinen Farbtafeln und seiner
monochromen Malerei in "Grau."
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