La Fête - Die Schenkung Niki de Saint Phalle.
Werke aus den Jahren 1952 - 2001.
Von Ulrich Krempel
Gebundene Ausgabe, 371 Seiten,
Hatje Cantz Verlag
Erscheinungsdatum: 2001

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Gar nicht harmlos-fröhlich: Nanas düstere Schwestern

Eine Ausstellung in Hannover zeigt Niki de Saint Phalles aggressive Seiten

Der riesigen weißen "Braut" von Niki de Saint Phalle fehlt jeder Ausdruck von Fröhlichkeit. Anders als die berühmten Nanas, den drallen Frauenfiguren in bunten Farben, wirken viele Skulpturen und Bilder der französischen Künstlerin aus den 60er Jahren Angst einflößend und aggressiv. Das Sprengel Museum in Hannover will mit einer neuen Ausstellung über Niki de Saint Phalle (bis 2. November 2003) auch das Bild der  Künstlerin zurecht rücken: "Sie war keine Produzentin harmloser Frauenbilder", betonte Museumsdirektor Ulrich Krempel. Für die Stadt entwickelt sich die Kunst von Niki de Saint Phalle - Ehrenbürgerin Hannovers -immer mehr zu einem Wahrzeichen und Touristen-Magneten.

Die Niki de Saint Phalle-Grotte in den barocken Herrenhäuser Gärten in Hannover besuchten seit der Eröffnung vor gut fünf Monaten rund 250 000 Menschen. Die Grotte - ein bunt-glitzerndes Kunstwerk mit Glasmosaiken, Steinen und Figuren - ist das letzte große Werk der französischen Künstlerin vor ihrem Tod im Mai 2002. Das Sprengel Museum am Maschsee in Hannover kann zudem bei der Kunst von Niki de Saint Phalle aus dem Vollen schöpfen - sie hatte dem städtischen Haus rund 400 Werke geschenkt.

Die Enkelin der Künstlerin, Bloum Cardenas, sagte bei der Besichtigung der neuen Ausstellung im Sprengel Museum, das Haus zeige die besten Stücke von Niki de Saint Phalle. Hannover sei der Künstlerin sehr wichtig gewesen.

Ein wenig Kopfzerbrechen machen Hannover allerdings die drei gewaltigen, Kunststoff-Nanas am Leineüfer, die nach 30 Jahren tiefe Risse und Korrosionsschäden aufweisen. "Caroline", eine Figur aus dem Trio - liegt seit längerer Zeit in einer Werkstatt. Aber die Fachwelt ist sich noch nicht einig, wie die Skulptur repariert werden kann. "Die Nanas werden auf Dauer leben", meinte Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD). Bezweifelt wird allerdings, ob die angesetzten 40 000 Euro für die Reparaturen reichen.

Als die Figuren mit drallen Rundungen im Jahr 1974 an der Leine aufgestellt worden waren, hatten sie beinahe einen Kunstkrieg in der Stadt entfacht. Heute werden sie oft nur als dicke, gemütliche Frauen gesehen. Alles andere als beschaulich ist die neue Ausstellung im Sprengel Museum mit dem Titel "Die Geburt der Nanas". In den Werken aus den 60er Jahren hat sich Niki de Saint Phalle vielmehr mit der Ubermacht der Männer, vielen Klischees und der Gewalt in der Gesellschaft auseinander gesetzt. "Ich werde die größten Skulpturen meiner Generation machen. Größer und stärker als die der Männer" sagte die Künstlerin einmal.

Eine der spektakulärsten Aktionen von Niki de Saint Phalle waren ihre Schießbilder. Sie feuerte auf Bilder mit Farbbeuteln; getroffen wurden Männergestalten - darunter Staatsoberhäupter und Geistliche - und damit auch Konventionen und Tabus. Zornig auf die Macht der Männer in den 60er und 70er Jahren nannte sie eines ihrer Werke etwa "Der Tod des Patriarchen". Auf ein "Porträt ihres Liebhabers" konnten Ausstellungsbesucher sogar mit Dartpfeilen schießen.

© Badisches Tagblatt, 25.8.2003


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Niki de Saint Phalle im Internet:
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Zahlreiche Fotos aus dem Tarot-Garten
 
Der Toscana Art Garden
 
Niki de Saint Phalle, deutsche Website
 
Niki de Saint Phalle, englische Website
 
Espace. Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle
 
1994 eröffnetes Museum in Nasu (Japan), welches sich ganz der Arbeit Niki de Saint Phalles widmet


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