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Künstler in der Sammlung
Frieder Burda Baden-Baden
Anselm Kiefer
der seine Wurzeln in Baden-Württemberg hat,
zählt zu den ganz großen Malern der
Gegenwartskunst.
Er wurde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs
am 8. März 1945 in Donaueschingen geboren. Von
1951 an lebte er im heutigen Rastatter Ortsteil
Ottersdorf. In Rastatt besuchte er die Schule und
begann nach dem Abitur im Jahr 1965 in Freiburg
Jura und Romanistik zu studieren. Im Jahr darauf
wechselte Anselm Kiefer das Studienfach und an die
Staatliche Hochschule für Bildende Künste
in Freiburg. Karlsruhe wurde zur nächsten
Station seines Studiums, bis er von 1970 bis 1972
an der Düsseldorfer Kunstakademie von Joseph
Beuys unterrichtet wurde.
1969 präsentierte der 24jährige seine
erste Einzelausstellung in Karlsruhe. "Besetzungen"
nannte er die Bilderserie, in welcher er sich mit
der deutschen Vergangenheit des 20. Jahrhunderts -
vor allem mit der Nazizeit - auseinandersetzte.
Kontroverse Diskussionen um den Wert seines
künstlerischen Schaffens, die über
Jahrzehnte weiter gepflegt wurden, waren die
Folge.
In seiner Düsseldorfer Zeit orientierte sich
Anselm Kiefers Malstil an jenem von Georg
Baselitz. Mit Feuer oder Äxten
bearbeitete er dick aufgetragene Farbschichten und
kombinierte sie mit Glas, Holz und
Pflanzenteilen.
Ausgedehnten Reisen durch Europa, die USA und den
Mittleren Osten folgten 1978 die erste
Einzelausstellung in der Schweiz und 1980 die
Teilnahme an der 39. Biennale in Venedig. Seine
dort gezeigten Werke mit der Thematik "Verbrennen,
verholzen, versenken, versanden" sorgten für
erneute Auseinandersetzungen.
Weitere Ausstellungen und Reisen bestimmten die
darauf folgenden Jahre. Hatte sich Anselm Kiefer in
den 1970er Jahren mit der deutschen Mythologie
beschäftigt, so setzte er sich in den 1980er
Jahren verstärkt mit der Kabbala, der
jüdischen Mystik, auseinander. Weitere
beeindruckende Kunstwerke entstanden. Neben
Gemälden schuf Anselm Kiefer auch Aquarelle
und Holzschnitte und übermalte Fotos und
Bücher.
1992 wurde er in Barjac in den französischen
Cevennen sesshaft und begann sein Anwesen in ein
Gesamtkunstwerk umzugestalten. Das weltweite
Interesse blieb ihm sicher. 1999 wurde ihm der
Praemium Imperiale des Japan Art Association
für sein Lebenswerk verliehen. Gewürdigt
wurde Anselm Kiefer als einer der wenigen
zeitgenössischen Künstler, die einen
ausgeprägten Sinn für die
Auseinandersetzung der Kunst mit der Vergangenheit
und der Ethik und Moral der Gegenwart entwickelt
haben und denen es gegeben ist, durch menschliche
Anstrengung tief greifend die Möglichkeit,
Schuld zu tilgen, auszudrücken. Diese
Einschätzung geht konform mit Anselm Kiefers
persönlicher Feststellung, die Kunst sei
inzestuös und reagiere nur auf andere Kunst,
ohne über die Welt nachzudenken. Dass er
selbst diesen künstlerischen Weg nie
eingeschlagen hat, hat er im wahrsten Sinne des
Wortes dargestellt. (RW)
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Anselm Kiefer
von Daniel Arasse
Gebundene Ausgabe, 327 Seiten,
Schirmer-Mosel Verlag

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