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Alexej von Jawlensky
wurde am 13. März 1864 in
Torschok (Russland) geboren. Er war das fünfte
Kind einer Familie, die dem russischen Erbadel
angehörte.
Aufgrund der Dienstversetzung seines Vaters zog die
Familie 1869 nach Neswish bei Minsk. Um ihren
Kindern eine angemessene Ausbildung zu bieten zog
die Mutter 1874 nach Moskau, wo der 13-jährige
Jawlensky auf eine Kadettenschule geschickt
wurde.
Bei einem Besuch der Moskauer Weltausstellung im
Jahre 1880 entdeckte Jawlensky die Malerei und
begann selbst Bilder zu malen.
Der Tod des Vaters (1882) brachte die Familie in
finanzielle Schwierigkeiten. Die Hoffnung auf das
geplante Studium an einer Kunstakademie musste
Jawlensky deshalb zunächst aufgeben und begann
eine Militärlaufbahn. Als Leutnant wurde er
einem Moskauer Infanterieregiment zugeteilt. Er
mietete sich ein Zimmer bei einem Maler, durch den
er Kontakt zu weiteren Künstlern fand.
Da in Moskau für einen Offizier der Besuch
einer Kunstakademie verboten war, ließ sich
Jawlensy nach Sankt Petersburg versetzen, wo er nun
neben seinem Militärdienst die Kunstakademie
besuchte. Jawlensky machte die Bekanntschaft
zahlreicher anerkannter Künstler und besuchte
regelmäßig die Eremitage und das Museum
für moderne russische Kunst.
1891 befreundete er sich mit der Malerin Marianne
von Werefkin, die als Vertreterin des Realismus
bekannt wurde.
Mit Werefkin und der Tochter seines vorgesetzten
Generals, Helene Nesnakomoff - seine spätere
Frau - unternahm Jawlensky 1896 eine mehrmonatige
Reise durch Deutschland, Belgien und Holland. Sie
besuchten zahlreiche Galerien und Museen in Berlin,
Dresden, Brüssel, Antwerpen und reisten
über Paris und London zurück. Jawlensky
verließ danach die Armee. Er erhielt eine
regelmäßige Pension, die ihm eine
Karriere als Künstler ermöglichte.
Aus Unzufriedenheit mit der Akademieausbildung in
Russland übersiedelte Jawlensky mit zwei
befreundeten Malern sowie mit Marianne von Werefkin
und Helene Nesnakomoff nach München. Gemeinsam
mit den beiden Frauen bezog er eine Wohnung und
besuchte die Azbè-Schule. Marianne von
Werefkin gab das Malen auf und protegierte
Jawlenskys Malerkarriere.
1897 lernte Jawlensky an der Schule Wassily
Kandinsky kennen. Beide verband fortan eine enge
Freundschaft. Nach einer Studienreise begann er
1899 als freier Maler zu arbeiten.
Ab 1902 beschäftigte sich Jawlensky mit
Aktstudien. Auf Anregung von Lovis Corinth schickte
Jawlensky ein Gemälde an die Berliner
Secession, das dort ausgestellt wurde. In
seinem Sommeraufenthalt im Jahr 1904 in
Reichertshausen (Oberbayern) malte Jawlensky eine
Reihe von Landschaftsgemälden. 1905 war er mit
sechs Weken auf der Ausstellung im Pariser "Salon
d'Automne" vertreten. In Paris setzte er sich mit
den Arbeiten von Cézanne, Gauguin, van Gogh
und Matisse auseinander. Letzteren lernte er
persönlich kennen und beschäftigte sich
mit dessen Stil des Fauvismus.
1906 reiste Jawlensky nach Sankt Petersburg, um
dort neun seiner Werke auszustellen. Den Sommer
verbrachte er in Wasserburg/Inn (Bayern), wo er vor
allem Landschaftsbilder und Porträts malte. Er
entwickelte nun seinen expressionistischen
Stil mit einfachen Formen und starker
Ausdruckskraft.
1908 arbeitete er mit Werefkin und Kandinsky im
Atelier von Gabriele Münter in Murnau am
Staffelsee. Nach einem weiteren Sommer mit
Malerfreunden initiierte Jawlensky im Jahr 1909
gemeinsam mit Werefkin, Kandinsky, Münter und
Kubin die "Neue Künstlervereinigung
München". Kandinsky wurde Erster Vorsitzender,
Jawlensky sein Vertreter. Es folgte eine erste
Kollektivausstellung der Gruppe, die große
Kritik bei Publikum und Rezensenten hervorrief.
1910 folgten weitere Ausstellungen in Kiew und
Odessa. 1911 besuchte Jawlensky Franz Marc in
Sindelsdorf (Oberbayern). Während eines
Sommeraufenthalts in Prerow/Darß malte
Jawlensky seine bekanntesten Landschaftsbilder mit
starker und leuchtender Farbgebung. Es folgte seine
erste Einzelausstellung in der Ruhmeshalle in
Barmen bei Wuppertal.
1912 trat er aus der "Neuen
Künstlervereinigung" aus und schloss sich der
von Kandinsky und Marc gegründeten Gruppe
"Blauen Reiter" an. Jawlensky schloss enge
Freundschaften mit den von ihm bewunderten Kollegen
Paul Klee und Emil Nolde.
1913 wurden auf der von Herwarth Walden
organisierten Futuristen- und
Expressionisten-Ausstellung in Budapest und Lemberg
41 Gemälde von Jawlensky gezeigt. 1914 trat
Jawlensky der "Neuen Münchener Secession"
bei.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Jawlensky
aufgefordert, innerhalb von 48 Stunden Deutschland
zu verlassen. Er siedelte in die Schweiz an den
Genfer See über und verlor den Kontakt zu
seinen Münchner Künstlerkollegen.
1914-1917 arbeitete er weiter an
Landschaftsvariationen. 1917 zog er nach
Zürich. Dort traf er auf Wilhelm Lehmbruck und
den Dadaisten Hans Arp, Hugo Ball und Paul Cassirer. 1918
bezog Jawlensky ein großes Haus in Ascona
(Italien). Dort begann er mit der
konstruktivistischen Bilderserie der "Abstrakten
Köpfe".
Obwohl er 1920 wieder nach Deutschland
zurückkehren wollte, lehnte er eine Berufung
als Professor an das Bauhaus nach Dessau ab, weil
er Kunst für nicht lehrbar hielt. 1921 zog er
nach Wiesbaden und bereitete eine Ausstellung
seiner Werke vor. Auch hier arbeitete er vorrangig
an den "Abstrakten Köpfen".
1924 gründete er gemeinsam mit Kandinsky, Klee
und Lyonel Feininger die Gruppe "Die Blauen Vier",
deren erste Ausstellung in San Francisco
stattfand.
1927 hatte Jawlensky erste Symptome einer schweren
Arthritis (Gelenkentzündung). 1929 wurde die
"Jawlensky-Gesellschaft" gegründet, deren
Mitglieder gegen jährliche Zahlungen Anspruch
auf zukünftige Bilder hatten.
Starke Schmerzzustände zwangen ihn 1930 zu
Klinikaufenthalten in Stuttgart und Piestany
(Tschechoslowakei). Im gleichen Jahr machte er die
Bekanntschaft von Karl
Schmidt-Rottluff.
Nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten erhielt Jawlensky 1933
Ausstellungsverbot in Deutschland. Er schickte
vermehrt Bilder zu Ausstellungen in die USA.
Mehrere Kuren verliefen ergebnislos, Jawlenskys
Gesundheitsustand verschlechterte sich und die
zunehmende Lähmung von Hand- und Kniegelenken
zwangen ihn, in sehr kleinen Bildformaten zu malen.
Er arbeitete an den abstrakten Portraits, den so
genannten "Meditationen".
Jawlensky wurde aufgrund seiner Mitgliedschaft in
deutschen Künstlervereinigungen deutscher
Staatsbürger. 1935 besuchte er auf einer
Schweizreise Paul Klee in Bern und begann, seine
Memoiren zu diktieren.
1937 wurden 65 seiner Werke beschlagnahmt und von
den nationalsozialisten als "entartet" diffamiert.
Während eines Aufenthalts in München
besuchte er die
Ausstellung "Entartete Kunst", wo auch einige seiner Werke
gezeigt wurden. Jawlensky wurde gehunfähig und
verließ kaum noch sein Studio. Er beendete
1937 seine Memoiren. Aufgrund der
vollständigen körperlichen Paralyse
musste er ab 1938 das Malen aufgeben.
Am 15. März 1941 starb Alexej von Jawlensky in
Wiesbaden.
Die Gruppe "Der Blaue
Reiter"
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Der blaue Vogel auf meiner Hand.
Marianne Werefkin und Alexej Jawlensky.
von Barbara Krause
Broschiert, 315 Seiten, Herder Verlag, Freiburg

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