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Lucio Fontana (1899-1968)
Wütend soll Lucio Fontana
eines seiner "missratenen" Bilder durchschnitten
haben. Sein Streben, seine Bilder stets
"verschönern" zu wollen, soll ihn selbst
derart irritiert haben, dass ihm dieser
gewaltätige Akt 1958 neue gestalterische
Möglichkeiten eröffnete. Der Schnitt
("Taglio") jedenfalls wurde nach dem Loch ("Bucho")
Fontanas zweites Markenzeichen.
Die Ablösung des Bucho durch den Taglio geht
mit einem deutlichen Wechsel der Farben einher.
"Sehr vereinfacht kann man sagen, dass sich seine
eine Farbskala von einer erdigen, ockergelben oder
kittfarbenen Farbmasse zu den einfarbigen
Farbfeldern der 60-er Jahre entwickelt", beobachtet
Bernard Ceysson.
Lucio Fontana hinterließ ein gewaltiges
Lebenswerk. Es umfasst Leinwand-Bilder genauso wie
Arbeiten aus Bronze, Keramik und Lichtskulpturen.
Fontana beherrschte in seiner ersten Schaffensphase
verschiedene Stile, angefangen von den beinahe
klassisch-gegenständlichen Frühwerken
über eine eher "barocke" Bildsprache bis hin
zu Großformaten aus Metall mit bis zu sechs
Metern Breite.
Der spätere "Zerstörer des Tafelbildes",
der mit großem handwerklichen Können
ausgestattet war, wollte ein Künstler der
Moderne sein und gleichzeitig das zeitlose
"Gefühl für das Menschsein erhalten".
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Lucio Fontana.
von Sarah Whitfield.
Taschenbuch , 208 Seiten,
Maße: 23 x 29 cm, amerikanische Ausgabe,
University of California Press

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