Der blaue  Vogel auf meiner Hand

Der blaue Vogel auf meiner Hand.
Marianne Werefkin und Alexej Jawlensky.
von Barbara Krause
Broschiert, 315 Seiten, Herder Verlag, Freiburg

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Der Blaue Reiter

In München, Murnau und in der Gegend von Kochel entwickelte sich neben der "Brücke" eine zweite bedeutende Kunstrichtung des deutschen Expressionismus.

Als Wassily Kandinsky und Gabriele Münter gemeinsam mit Alexej von Jawlensky und Marianne Werefkin im Sommer 1908 nach Murnau kamen, entwickelten sie eine Malerei, die nicht mehr dem Vorbild der Natur im überkommenen Sinne folgte, sondern den subjektiven Eindruck wiedergab.

Beeinflusst von den Landschaften um Murnau, von der volkstümlichen Hinterglasmalerei und von der französichen Malerei des
Kubismus und Fauvismus, entstand eine auf Grundformen reduzierte, flächige Bildgestaltung, die auf alles Nebensächliche verzichtete und mit ungemischten, kontrastreich gesetzten Farben eine Intensität und Steigerung des bildlichen Ausdrucks bewirkte.

Ausstellungsforum der neuen expressiven Kunst war seit 1909 die "
Neue Künstlervereinigung München", der u. a. Paul Klee, August Macke und Franz Marc angehörten.

Im Dezember 1911 verließen Kandinsky, Münter, Marc und Kubin die "Neue Künstlervereinigung" und präsentierten mit ihren Künsterkollegen ihre Arbeiten unter dem Namen "Der Blaue Reiter" in zwei Ausstellungen.

Die erste Ausstellung (18. Dezember 1911 bis 1. Januar 1912), fand in der Münchner Galerie Tannhauser statt.

Die zweite Ausstellung (12. Februar bis 18. März 1912) wurde von dem Münchner Kunsthändler
Hans Goltz (1873-1927) initiiert. In dieser stellten Kandinsky, Münter, Marc, Kubin, Arp, Bloch, Braque, Delaunay, Dérain, Franck-Marc, La Fresnaye, Gimmi, Gontscharova, Heckel, Helbig, Kirchner, Klee, Larionow, Lotiron, Lüthy, Macke, Malewitsch, Morgner, Müller, Nolde, Pechstein, Picasso, Tappert, Vera, Vlaminck und Melzer ihre Werke aus.

Hans Goltz war es auch, der im Februar 1913 die "Armory Show" (International Exhibition of Modern Art) in New York mit fünf Gemälden von Helbig, Grimmi, Kirchner, von Bechtejeff und Kandinsky bestückte. Diese Ausstellung war die erste umfassende ihrer Art in den USA und verhalf in der "neuen Welt" durch ihre große Öffentlichkeitswirkung der modernen Malerei zum Durchbruch.

Dem Münchner Kunsthändler Hans Goltz fällt somit eine Pionierrolle zu, denn er hat wichtigen Mitstreitern des "Blauen Reiter", wie etwa Ernst-Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky zum internationalen Durchbruch verholfen.

Der Name der "Blaue Reiter" leitete sich von einem 1903 entstandenen gleichnamigen Gemälde von Kandinsky ab. In Verbindung mit dem "Blauen Reiter" standen auch Hans Arp, Marianne von Werefkin,
Alexej von Jawlensky und der Komponist Arnold Schönberg.

An dem 1911/12 entstandenen Almanach "Der Blaue Reiter" (erschienen im Mai 1912), eine der wichtigsten programmatischen Schriften für die Kunst des 20. Jahrhunderts, beteiligten sich zahlreiche Künstler mit Text- und Bildbeiträgen aus den verschiedensten Bereichen der Bildenden Kunst, der Volkskunst, der Musik und des Theaters.

Quelle: Michael Erasmus Goltz, der uns freundlicherweise wichtige Informationen über seinen Großvater, den Kunsthändler Hans Goltz, überlassen hat. Hans Goltz verstarb übrigens am 21. Oktober 1927 in Baden-Baden im Hotel "Stadt Straßburg" in der Sophienstraße.


Zum Thema:

Hans Goltz - ein Wegbereiter
der modernen Kunst

Der Blaue Reiter - Jubiläumsedition

Der Blaue Reiter im Lehnbachhaus München


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